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22.06.14  10 Meilen Laufen: Gescheitert und trotzdem zufrieden

Wenn ich es auch nicht gross rumposaunt habe, so war für mich aber schon immer klar, dass ich dieses Jahr die 10 Meilen Laufen mit einer neuen Bestzeit ins Ziel bringen will. Die 1:14.34 letztes Jahr lief ich nahezu am Limit. Da wäre nicht mehr viel möglich gewesen. In diesem Jahr konnte ich mich aber vor allem in Bezug auf die Lauftechnik etwas verbessern (auch wenn mich die ersten Videoaufnahmen von gestern Abend an dieser Aussage zweifeln lassen …). Eine 1:13-er Zeit müsste für mich also auf dieser Strecke machbar sein. Das haben auch die letzten Trainings gezeigt, die allesamt gut verliefen.

Es gehört aber auch zu unserem Sport dazu, dass Trainingszeiten im Endeffekt nicht zählen und es allein auf den Lauftag selber ankommt. Und da bin ich gestern mit einer Zeit von 1:15.18,8 klar gescheitert. Obwohl nicht einmal eine Minute langsamer als 2013, so lagen aber dennoch Welten zwischen dem Lauf vom letzten Jahr und dem von gestern Abend. Dabei lief eigentlich alles ganz gut, vielleicht sogar zu gut. Ich verbrachte einen geruhsamen, gemütlichen Tag und konnte entspannt und voller Vorfreude an den Start gehen. Vielleicht hat aber gerade die nötige Anspannung gefehlt. So hatte ich den ganzen Lauf hindurch immer wieder das Gefühl, nicht richtig auf Zug zu laufen. Gleichzeitig war ich mir aber auch sicher, das Tempo nicht anziehen zu können. Zu gross waren die Befürchtungen, am Ende einzubrechen und die Zeit vollends zu vermasseln.

Am Anfang war noch alles in Ordnung. Ich hatte mir vorgenommen, mich von der schnellen ersten Gruppe nicht zu einem erhöhten Anfangstempo verleiten zu lassen und wollte bis Zwingen mein Lauftempo finden. In Zwingen war ich denn auch mit dem Verlauf der Anfangsphase sehr zufrieden. Doch schon der erste Anstieg hinauf auf die Erlen war harziger als auch schon und ich wusste, dass ich auch bergauf nicht nachlassen durfte, wenn die neue Bestzeit gelingen sollte. Letztlich blieb mir aber nichts anderes übrig, als möglichst gleichmässig und einigermassen zügig dort hochzukommen. Bergab nach Brislach konnte ich dann etwas Tempo aufbauen und zwischenzeitlich auch einen Kilometer in 4:20 laufen. Der zweite Anstieg hinauf auf die Brislachallmet war dann schon stabiler und vor allem im oberen Abschnitt kam ein erfrischendes Lüftchen hinzu. Dabei ertappte ich mich, wie ich für einen Moment völlig gedankenverloren da hochtrabte und die schöne Aussicht genoss, als ob es ein gemütliches Feierabendtraining wäre. So musste der Läufer Luki der Schlafkappe Luki gedanklich kurz in den Allerwertesten treten und ihm bewusst machen, dass er mitten im schönsten Lauf des Jahres ist und doch bitte in den Wettkampfmodus zurückfinden möge …

Die entscheidende Minute vergab ich dann allerdings auf der zweiten Streckenhälfte. Nach den beiden Anstiegen reichte die Kraft nicht mehr aus, um mit genügend Zug die „Talfahrt“ nach Zwingen und dann vor allem das letzte Stück zurück nach Laufen schnell genug zurückzulegen. So wurde ich auf den zweiten 8 km von zahlreichen Läuferinnen und Läufern überholt, die mit deutlich mehr Tempo Richtung Laufen weitergezogen sind. Auf den letzten zwei Kilometern konnte ich mich dann etwas fangen und die Pace nochmals ein wenig erhöhen. Zu diesem Zeitpunkt war aber die neue Bestzeit bereits in weite Ferne gerückt und ich hätte die letzten Kilometer im Schnitt von 4:10 zurücklegen müssen. Unmöglich.

Dennoch wurde der Zieleinlauf im Stedtli zum schönsten, den ich bisher erlebt habe. Der schöne Sommerabend und die ausgezeichnete Stimmung trugen uns Läuferinnen und Läufer förmlich der Ziellinie entgegen. Nach kurzen fünf Minuten Frust über die verpatzte neue Bestzeit folgte das, was die 10 Meilen Laufen erst recht zum Saisonhighlight macht: ein gemütlicher Abend im Stedtli. Köstliche Spaghetti, kühles Bier und spannende Gespräche mit Laufkolleginnen und –kollegen rundeten den Anlass stimmungsvoll ab, so dass ich kurz nach 23 Uhr zufrieden nach Hause ging. Die 10 Meilen Laufen sind und bleiben die schönste Laufveranstaltung in der Region. Punkt. Und das sage ich nicht als Laufner, sondern als Läufer. Und ja, nächstes Jahr sind die 1:13 fällig! Zum Schluss sei noch mein Laufkollege Thomas erwähnt, der gestern über die 4 Meilen seinen ersten Lauf bestritten hat - und das nach gerademal ein paar Wochen Lauftraining. Es gab sie also auch gestern, die wahren Laufhelden.