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15.12.14  Die Saison 2014 – ein Schritt nach vorne

Es ist Samstagnacht um 23:30 Uhr. Ich überquere auf der Place de la Riponne in Lausanne die Ziellinie – zum letzten Mal in dieser Saison. Uhr stoppen, heissen Tee schnappen (sehr lecker mit Zimt!) und dann erst einmal zur Seite treten und herzhaft niesen. Und gleich nochmal. Dem Läufer neben mir geht es nicht anders und so pfnuchsen wir eine Weile lang um die Wette, bevor wir beschliessen, lieber ins warme Festzelt zu gehen. Doch auch da reisst die Serie nicht ab und es folgt Nieser auf Nieser. Das geht nun die nächste Stunde so weiter. Zurück ins Hotelzimmer, duschen und dann nochmals zurück zum Festgelände zum wohlverdienten Glühwein.

Am Tag danach fängt es gleich morgens um acht wieder an und die Taschentücher füllen den Papierkorb schon fast im Minutentakt. Doch letztlich ist das alles egal. Die Saison ist vorbei und es folgen drei Wochen Pause mit gelegentlichen Landschaftsläufen ohne konkretes Trainingsziel. Dies ist auch die Zeit, um auf die vergangenen Läufe 2014 zurückzublicken. Und es war die bislang klar erfolgreichste Saison, auch wenn wir hier nach wie vor von Platzierungen knapp innerhalb oder meistens jenseits der Top 20 sprechen. Objektiv gesehen bin ich also ein Hobbyläufer, der inzwischen zwar auf allen Distanzen sicher ins Ziel kommt und seine persönlichen Bestzeiten in den letzten zwölf Monaten verbessern konnte, deshalb aber noch lange nicht vorne in der Alterskategorie mitmischen kann.

Und trotzdem bedeutet die Saison 2014 zumindest subjektiv einen Quantensprung, nicht zuletzt aufgrund meiner ersten beiden Marathonläufe. Das Debut im Frühjahr in Paris ist zufriedenstellend geglückt und ich wusste seither, dass ich den Marathon laufen kann. Die Vorbereitung auf den Herbstmarathon in Lausanne hat dann aber den entscheidenden Schub gebracht. Im Zuge dieses Marathontrainings hat sich gleichzeitig mein Renntempo über 10 km und Halbmarathon verbessert. So schaute Anfang September in Sarnen auch eine um 3 Minuten schnellere HM-Bestzeit heraus. Gleichzeitig musste ich aber auch einsehen, dass der Weg Richtung Sub-1:30 noch sehr weit ist. Das erklärte Ziel ist es trotzdem und vielleicht gelingt es schon im nächsten Jahr, wer weiss. Die 10 km stehen als nächstes an und werden schon sehr früh in der neuen Saison auf dem Programm stehen. Ob es da endlich gelingen wird, die 40-Minuten-Grenze zu knacken, ist abzuwarten.

Neben einer deutlichen Verbesserung der Marathonzeit von 22 Minuten gegenüber Paris hat die Vorbereitung auf Lausanne aber vor allem auch sehr viel zu einem besseren Laufbewusstsein beigetragen. Ich habe das Gefühl, allgemein stabiler zu laufen – auch wenn Video- und Fotoaufnahmen immer wieder schonungslos das Gegenteil zeigen … Die Lauftechnik wird also auch im neuen Jahr ein Dauerbrenner bleiben.

Ein Blick auf die Trainingszeiten zeigt weiter, wie sich das „Wohlfühltempo“ entwickelt hat. Lief ich im letzten Jahr ohne gross auf die Uhr zu schauen einfach zum Plausch los, bewegten sich die Geschwindigkeiten zwischen 4:50 und 5:00 pro Kilometer. Seit Anfang September liegt dieser Wert bei ca. 4:30 und wenn ich Lust habe, mal etwas „wild“ zu werden, auch schon mal bei 4:15. Die Pace des Stadtlaufs Ende November von 3:51 lässt zudem hoffen, dass auch auf kurze Strecken mehr drin liegt als noch vor einem Jahr.

Neben den Trainings haben sich auch die Taktik und das Vertrauen in den Läufen selber weiterentwickelt. Ging ich es bis vor kurzem noch eher verhalten an (manchmal zu verhalten!), so traue ich mich nun immer mehr, schon am Start auf Tempo zu laufen, ohne mit angezogener Handbremse erst einmal abzuwarten, wie sich das Rennen entwickeln wird. Dies ist sicher mitunter darauf zurückzuführen, dass ich in meiner vierten vollständigen Saison inzwischen das nötige Selbstvertrauen habe und weiss, dass ich ins Ziel komme, wenn nicht irgendetwas Unvorhergesehenes passiert. So kann ich denn auch immer besser während des Rennens das Tempo etwas zurücknehmen und später wieder beschleunigen, wenn es von der Kondition her wieder möglich ist. Vor ein paar Jahren sah das noch anders aus. Da musste ich von Anfang an gleichmässig (langsam) laufen, um sicher ins Ziel zu kommen. Musste ich einmal abbremsen, war die Luft draussen. So aber kann ich immer besser mit dem Tempo variieren, was auch neue Strategien und Versuchsmöglichkeiten zulässt. Es bleibt also spannend!

Mit Blick auf die Saison 2015 gilt es nun vor allem, das Tempo auf allen Distanzen zu steigern und dabei einen möglichst gut auf die einzelnen Läufe abgestimmten Trainingsaufbau zu entwickeln. Die beiden Hauptereignisse werden auch im nächsten Jahr je ein Frühjahrs- und ein Herbstmarathon mit ihren jeweils zwei Monaten Vorbereitungszeit sein. Hinzu kommen die Klassiker 10 Meilen Laufen und Basler Stadtlauf, die wie immer von vornherein gesetzt sind. Den Rest werde ich in den kommenden Wochen zusammenstellen. Das Programm für die Saison 2015 geht dann pünktlich zum Jahresbeginn online.

So, inzwischen sind zwei Tage vergangen seit der Ziellinienüberquerung am Christmas Midnight Run in Lausanne und die Erkältung liess sich mit Hilfe von probaten Hausmitteln und einigen bewährten Produkten eines grossen in der Nordwestschweiz ansässigen Pharmakonzerns in den Griff kriegen. Dem Wintertraining und der Vorbereitung auf die neue Saison steht also nichts mehr im Weg.

Zum Schluss möchte ich allen ganz herzlich danken, die mich auch in dieser Saison wieder tatkräftig unterstützt und motiviert haben! Es ist im Grunde genommen noch immer eine Frechheit, dass ein unbedeutender Hobbyläufer (oder nach Onkel Greif ein Parkschleicher und Naturschänder) wie ich eine Web- und Facebook-Seite betreibt und berichtet, als würde er vorne mitlaufen. Und dennoch freue ich mich über derzeit 65 Personen oder Organisationen, denen meine FB-Seite offenbar gefällt und die sich regelmässig über mich informieren. Auch die zahlreichen motivierenden Kommentare der Facebook-Beiträge, die spannenden Unterhaltungen per PN oder E-Mail und nicht zuletzt die vielen persönlichen Gespräche mit anderen Laufbegeisterten bedeuten mir sehr viel und motivieren mich, auch dann zu trainieren, wenn es vielleicht drinnen beim warmen Kaminfeuer gemütlicher wäre.

Euch allen ein riesengrosses DANKESCHÖN und bis bald im 2015!