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01.07.16  Back on track – Rückblick 1. Saisonhälfte 2016

„Coming out of the dark“ heisst einer der wohl schönsten Songs, die Gloria Estefan je gesungen hat. Der Song markiert die Rückkehr der Sängerin auf die Bühne, nachdem sie bei einem schweren Autounfall beinahe ums Leben gekommen war. Ganz so tragisch sah es bei mir zum Glück nicht aus. Trotzdem musste ich zu Beginn der Saison einige Wochen pausieren, was für einen Läufer die Höchststrafe ist, die einen unweigerlich in unendliche Tiefen des Selbstmitleids abdriften lässt, deren Dramatik Nicht-Läufer wohl nicht ansatzweise nachvollziehen, geschweige denn verstehen können. Dennoch führte auch mein Weg bis zum Ende der 1. Saisonhälfte zurück ins Licht – und wie!

Aber schön der Reihe nach ... Nach einem ersten Cuplauf und der Teilnahme am Leimentaler Langstreckenlauf Ende Januar war ich guter Dinge, dass die bevorstehende Saison an die schon sehr erfolgreiche Saison 2015 anknüpfen würde. Als erstes grosses Ziel stand der Zürich Marathon im April auf dem Kalender, dessen flache und schnelle Strecke ich mir zunutze machen und meine persönliche Bestzeit von derzeit 3:07.42 erneut drücken wollte. Entsprechend motiviert ging ich auch den ersten 35-km-Trainingslauf an und war begeistert, wie locker ich die ersten zwanzig Kilometer laufen konnte. Das würde ein perfekter Start in die zweimonatige Marathonvorbereitung werden.

Doch wenige Kilometer später bereiteten einsetzende Schmerzen im Hüftbereich diesen Plänen ein jähes Ende. Innerhalb von rund dreihundert Metern wurden die Schmerzen immer stärker, so dass ich kurz darauf aufgeben und mit Müh und Not zum nächsten Bus humpeln musste. Es folgten rund acht Wochen Zwangspause. Obwohl ich zwischendurch immer mal wieder versucht hatte, einen lockeren Lauf zu wagen, musste ich jeweils nach wenigen Kilometern abbrechen und oftmals hinkend nach Hause zurückkehren.

Später liess ich mich dann noch untersuchen und mir die obligate Physiotherapie verschreiben. Doch noch bevor ich einen Physiotherapeuten finden konnte, der noch neue Patienten aufnimmt und das sofort, war ich auch schon wieder auf dem Weg der Besserung und bald darauf zurück im Training. Das Schlimmste war zwar überstanden, doch der Zürich Marathon lag nun nicht mehr drin, weil eine seriöse Vorbereitung so kurzfristig nicht mehr möglich gewesen wäre.

Statt in Zürich startete ich am selben Datum (24. April) am „Aargauer Volkslauf“ in Aarau. Richtig, mit diesem Lauf hatte ich noch eine Rechnung von 2014 offen. Damals lief ich den Lauf kurz nach einer Salmonellenvergiftung und war entsprechend schlapp ... Diesmal lief es aber von Anfang an sehr gut und ich war zufrieden, wieder mit einer Startnummer auf der Brust durch die Gegend zu laufen. Aus diesem ersten Lauf nach der Verletzungspause resultierte sogleich eine neue persönliche Bestzeit über 10 Meilen, die nun bei 1:05.22 liegt.

Im Mai ging es mit den Pfingstläufen in Wohlen und Niederbipp im selben Stil weiter. Am 50. Pfingstlauf in Wohlen schaute mit 39.09 sogar eine neue 10-km-Bestzeit raus. Anschliessend folgte die Vorbereitung auf den „10 Meilen Laufen“, der wie jedes Jahr den Abschluss der Frühlingssaison markierte. Ziel war es, die 1:09.05 vom letzten Jahr zu unterbieten, was in Anbetracht der guten Form im Bereich des Möglichen lag. Doch es kam noch viel besser! Dank bedecktem Himmel und angenehmen 22 ° C, die man sich in Laufen sonst nicht gewohnt ist, lief ich wesentlich lockerer und somit schneller. Auch die beiden satten Anstiege konnten mir ohne direkte Sonneneinstrahlung weniger anhaben als in den Vorjahren und so erreichte ich das Ziel in 1:06.14. Das war nicht nur eine um knapp drei Minuten schnellere Zeit als letztes Jahr. Sie reichte sogar für den 3. Rang in der Alterskategorie M30. Dieser Erfolg kam nun wirklich unerwartet und war darum umso schöner!

Vergessen ist der Zürich Marathon, der in Anbetracht der kalten Temperaturen und Graupelschauer wahrscheinlich eh nicht zur neuen Bestzeit geführt hätte. Ich blicke viel mehr auf eine durch und durch gelungene 1. Saisonhälfte zurück und freue mich schon auf die Läufe, die im Herbst noch auf mich zukommen werden.

Zuerst folgt nun aber die schon fast zur Tradition gewordene Sommerpause, die zwar seltsam klingen mag für einen Läufer, sich aber in meinem Fall bislang sehr bewährt hat. Anstelle von Intervall- und Tempotraining erkunde ich den ganzen Juli hindurch immer wieder neue Strecken, die ich noch nicht kenne. Dabei steht das Erlebnis im Vordergrund, während die Uhr nur zu Dokumentationszwecken mitläuft. Die Trainingszeiten interessieren mich in den kommenden Wochen nicht.

Doch schon Anfang August weht wieder ein anderer Wind. Dann beginnt die Vorbereitung auf den Köln Marathon (2. Oktober), die dann hoffentlich ohne Verletzungspech über die Bühne bzw. Laufstrecke geht. Denn dem Marathon gelten nach wie vor mein ganz grosses Interesse und eine ungebändigte Faszination. Und in Köln dürfte Stand heute noch einiges drin liegen. Ich bin gespannt, was und freue mich jetzt schon auf den Weg dorthin. Dieser führt ganz am Schluss mit der Bahn von Basel aus nordwärts. Doch das wird nur das letzte Teilstück sein. Zuerst folgen viele, viele Trainingskilometer, die mich nach und nach dem grossen Ziel näherbringen sollen. Ich freue mich drauf!