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04.12.16  Das Grande Finale zum Saisonabschluss

Eigentlich wäre der diesjährige Saisonabschluss wie in den letzten Jahren ausgefallen. Nach dem Basler Stadtlauf, der als Fixtermin in meiner Saisonplanung von vornherein feststand, wollte ich wie jedes Jahr zum Abschluss einen Weihnachtslauf anhängen. Und den lege ich vorzugsweise in die Romandie, weil es sich dort einfach sensationell schön und mit garantierter Top-Stimmung läuft. Für das Season’s End 2016 hatte ich mir also den Stadtlauf am 26. November und erstmals die Escalade de Genève am 3. Dezember vorgenommen. Doch es kam anders und endete im „Grande Finale“!

Aber alles schön der Reihe nach:

26.11.16  -  34. Basler Stadtlauf

Der Stadtlauf ist in mancherlei Hinsicht ein spezielles Rennen. Seit ich mit dem Laufen angefangen habe, bin ich jedes Jahr in Basel dabei. Und jedes Jahr motze ich darüber, dass das Wasser in den Duschen kalt ist, man nur mühsam und mittels Streckenüberquerung überhaupt zum Startgelände gelangt und überhaupt, es herrscht jedes Jahr ein Riesengedränge und der Lauf ist viel zu gross, als dass man da noch anständige Zeiten laufen könnte.

Und jedes Jahr sehe ich das spätestens jenseits der Ziellinie komplett anders. Da schwärme ich dann von der tollen Stimmung, der schönen Weihnachtsbeleuchtung, der neuen Bestzeit und davon, dass eine erfolgreiche Laufsaison erst so richtig vollständig ist, wenn auch der Stadtlauf in die persönliche Ergebnisliste eingetragen ist.

Auch der diesjährige Stadtlauf verlief ganz nach Drehbuch. Der Weg zum Startgelände war wie immer mühsam, das Gedränge am Start gewaltig und die Duschen kalt. Aber auch dieser Stadtlauf war am Ende ein grosses Erfolgserlebnis! Beim Start reihte ich mich bewusst ganz vorne ein, damit ich gut wegkam und nicht schon bei der ersten scharfen Kurve im Pulk steckenblieb. Der Preis für die freie Bahn war allerdings ein für mich überhöhtes Anfangstempo. Schliesslich startete ich Schulter an Schulter mit den Cracks, die später mit 17-Minuten-Zeiten ins Ziel kamen. Bis zum ersten Einbiegen in die Freie Strasse muss man mit den besten mithalten, um diese nicht zu behindern. Ansonsten hätte man da vorne im Starterfeld nichts verloren. Als die Strecke endlich breit genug war, damit ich die anderen ungehindert vorbeiziehen lassen konnte, war ich völlig kaputt und musste mich bergab zuerst einmal neu orientieren und eine für mich passende Pace finden. Das Gute am Schnellstart war hingegen die erste Kilometerzeit, die mit 3:17 min. für meine Verhältnisse schwindelerregend schnell ausfiel.

Danach fand ich mein Tempo und konnte einen guten Lauf durchziehen, auch wenn ich dabei stets am Limit lief. Aber auch das gehört am Stadtlauf dazu. Auf die Uhr schaute ich nicht und auch im Ziel sah ich erst gar nicht, welche Zeit auf der offiziellen Anzeige aufleuchtete. Erst, als das Resultat bestätigt wurde, wurde mir bewusst, dass ich mein ganz grosses Ziel einer Zeit unter 20 min. um nur gerade 3 Sekunden verpasst hatte. Wurmen tut es mich bis heute, aber ich weiss auch, dass ich während dem Lauf selber zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hatte, noch einen Zacken zulegen zu können. Aber so steht zumindest die Ansage für 2017 schon heute fest: Eine Zeit unter 20 Minuten muss es einfach sein!

03.12.16  -  39ème Course de l’Escalade Genève

Die Escalade gehört zu den grössten Sportveranstaltungen der Schweiz und steht punkto Teilnehmerzahl unangefochten an der Spitze der nationalen Läufe. Dieses Jahr starteten an zwei Tagen insgesamt über 45‘300 Teilnehmende. Ein neuer Rekord, den man auch auf der Strecke deutlich zu spüren bekam. Allein in meiner Kategorie der Herren zwischen 30 und 40 Jahren starteten 1‘814 Läufer!

Da ich zum ersten Mal in Genf dabei war, musste ich bei der Anmeldung meine persönliche Zeit einschätzen, damit man mich in den entsprechenden Startblock einteilen konnte. Die Strecke führt auf insgesamt 3 Runden durch die Altstadt und misst am Ende 7.3 km. Dabei geht es munter bergauf und bergab, oft auf Pflastersteinen und immer wieder um enge Kurven, die in noch engere Gassen münden. Da ich meine Zeit mit 35 min. etwas zu vorsichtig eingeschätzt hatte, musste ich aus Block C starten. Und der nahm das Rennen gemächlich in Angriff. Erst nach 600 m konnte ich erstmals einigermassen schnell laufen, so dass ich das Gefühl hatte, in einem Wettkampf zu sein. Auf den ersten Kilometern wurde ich in den Kurven immer wieder gebremst und hatte teilweise Zeiten um 4:30 – also fast eine Minute langsamer, als eigentlich möglich gewesen wäre. Erst auf der letzten Runde konnte ich die Pace auf etwa 3:50 senken und etwas Boden gut machen. Schlussendlich kam ich mit 29.41,8 ins Ziel und fand mich mitten unter Block-B-Läufern und sogar einigen langsameren Läufern aus Block A wieder.

Fazit: Der Course de l’Escalade Genève ist ein riesengrosses Volksfest mit einer fantastischen Stimmung und tollem Publikum. Die Organisation ist beeindruckend und klappt wie am Schnürchen. Die Strecke ist attraktiv und zeigt Genf von einer sehr romantischen und zumindest für mich ungewohnten Seite. Aber eben, mit über 45‘000 Teilnehmenden (rund 8‘000 davon waren Walker/innen, deren Wettkampf bereits am Freitagabend stattgefunden hatte) ist dieser Anlass einfach zu gross geworden. Im Gegensatz zu Basel kam ich aber anschliessend immerhin in den Genuss einer wohlig heissen Dusche :-)

04.12.16  -  37. Allschwiler Klausenlauf

Tja, und da wäre eben noch das Ausserplanmässige, das am Ende zum Grande Finale geführt hat. Der Allschwiler Klausenlauf, an dem ich auch schon mehrmals teilgenommen hatte, kündigte eine veränderte Streckenführung und ein neues Start-/Zielgelände an. Grund dafür war eine neue Schulanlage, die sich optimal als Zentrum eignete. Mika und Janne wollten der Neuausrichtung eine Chance geben und entschieden sich, in Allschwil an den Start zu gehen. Und weil ich nun einmal nicht zuschauen kann, wie andere laufen, ohne selber auch laufen zu dürfen, habe ich das Season’s End kurzerhand auf eine finale Doppelrunde ausgebaut.

Das hat sich mehr als gelohnt! Zum einen haben die Organisatoren ganze Arbeit geleistet und den etwas angestaubten Lauf zu einem erstklassigen Lauffest umgekrempelt. Zum anderen wurde dieses Rennen zum perfekten Saisonabschluss, den ich mir besser nicht hätte vorstellen können.

Die neue Streckenführung hatte es in sich. Kurz nach dem Start ging es steil bergauf, ehe man beim Queren einer kleinen Ebene kurz verschnaufen konnte. Danach stieg der Weg wieder leicht an. Schon auf der alten Strecke lief man die ersten vier von zehn Kilometern bergauf, doch im Vergleich zu heute eher moderat, während es heute gleich von Anfang an mächtig zur Sache ging. So büsste ich vom ursprünglich hohen Anfangstempo einiges ein, kam aber in einen guten Rhythmus, der es mir erlaubte, diese ersten vier Kilometer zufriedenstellend bewältigen zu können.

Danach kam die Belohnung in Form von fast 6 km Talfahrt. Noch vor einem Jahr hätte ich hier weiter Zeit verloren, da mir das Bergablaufen stets Mühe bereitet hatte. Durch die vielen Läufe in kupiertem Gelände, die ich seit 2015 in den Beinen habe, konnte ich mich aber daran gewöhnen und so nahm ich auf der zweiten Streckenhälfte zusehends Fahrt auf.

Nach 7 km schloss ich zum vorderen Feld auf und bei KM 8 überholte ich den Läufer vor mir, den ich bis ins Ziel auf Distanz halten konnte. Der beherzte Schlussspurt war eigentlich mehr Ausdruck meiner grossen Lauffreude, doch am Ende war es genau dieser Sprint, der für die persönliche Sensation gesorgt hatte: Mit 38.58,2 lief ich nicht nur eine um über 10 Sekunden schnellere neue PB, sondern blieb zum ersten Mal überhaupt über 10 km unter 39 Minuten. Weder der Frau Gemahlin noch meiner Schwester wollte ich glauben, als sie mir die Zeit mitteilten, denn ich war überzeugt, dass meine Uhr 39.58 angezeigt hatte. Also startete ich die Uhr erneut und schaute im Log nach. Und tatsächlich, auch da stand eine 38er-Zeit. Kurz darauf kam dann die offizielle Bestätigung von Datasport rein und der Saisonabschluss war perfekt!

Das Grande Finale der letzten zwei Wochen kann stellvertretend für die ganze Saison betrachtet werden. Zuerst begann ich gut mit einer schnellen Zeit am Leimentaler Langstreckenlauf. Dann folgte die Verletzungspause, die mich um die 10 km de Payerne, den Seez-Halbmarathon und vor allem um den Zürich Marathon brachte. Doch schon im April ging es wieder aufwärts – und wie! Am Aargauer Volkslauf in Aarau stellte ich mit 1:05.22 eine neue PB über 10 Meilen auf. Am Pfingstsamstag folgte in Wohlen eine neue 10-km-PB von 39.09,4 und schliesslich lief ich beim Heimrennen am 10 Meilen Laufen zum ersten Mal aufs Podest und konnte den 3. Rang in meiner Altersklasse feiern.

Die 3:09.17 am Köln Marathon lagen dann unter den Erwartungen, womit diese Saison hinsichtlich der Marathondistanz nicht optimal ausfiel. Dafür ging es auf den Unterdistanzen munter weiter. Mit 1:25.37 unterbot ich meine Halbmarathon-Bestzeit in Luzern um mehr als zwei Minuten und heute folgte die erwähnte Bestzeit über 10 km.

Alles in allem darf ich also auf eine sehr erfolgreiche Laufsaison zurückblicken, die mir noch mehr unvergessliche Laufmomente beschert hat und während der ich erneut mit vielen verschiedenen, spannenden Leuten zu tun hatte, die wie ich die Faszination fürs „Seckle“ teilen.

Bis Ende Jahr nehme ich es nun ruhiger und schenke meinen Knochen, Bändern, Zehennägel etc. etwas Erholung. Doch bereits im Januar beginnt das Aufbautraining und Ende Februar folgt die Vorbereitung auf den Hamburg Marathon, der das erste von hoffentlich vielen weiteren Laufhighlights der Saison 2017 sein wird.

An dieser Stelle einmal mehr vielen, vielen Dank an alle, die meine Aktivitäten auf meiner Webseite oder auf Facebook mitverfolgen, mich motivieren und unterstützen. Ein besonderes Dankeschön gebührt meiner Familie, die mit stoischer Ruhe zur Kenntnis nimmt, dass der Ehemann und Vater manchmal etwas öfter und länger mit den Laufschuhen unterwegs am Trainieren ist, als man das vielleicht möchte und mich dennoch immer wieder aufs Neue unterstützt und antreibt.

Euch allen wünsche ich eine schöne Adventszeit, frohe Festtage und viel Freude im neuen Jahr!

Euer Luki